Lethem Noir – eine späte Entdeckung

Ich weiß, ich bin spät dran. Zwanzig Jahre zu spät, wenn man es genau nimmt. Denn über die Feiertag habe ich jetzt doch endlich Jonathan Lethems 1994er Debütroman „Gun, with occational music“ beendet. Nicht, dass ich zwanzig Jahre an dem Buch gelesen hätte. Nein. Ich habe Lethem einfach zwanzig Jahre zu spät entdeckt.

Schon während des Lesens dachte ich immer darüber nach, wie man den Titel wohl übersetzen könnte – was Heyne aber schon 1998 genial gelungen ist, auch das deutsche Cover des Buches gefällt mir besser als das des Originals.

„Gun, with occational music“ spielt an der amerikanischen Westküste Anfang des 21. Jahrhunderts. Es ist eine SiFi/Noir-Detective-Story-Crossover-Dystopie wie aus dem Bilderbuch. Den Titel hat das Buch übrigens von einer kleinen Todesmelodie, die von den Schußwaffen gespielt wird, sobald man sie zieht. Eigentlich eine sehr coole Idee für Gewaltprävention: Wie kann man jemand mit etwas erschießen, das „Dum di dum di dum“ spielt, sobald man anlegt?  – Eben.

Inhalt: Die Polizei („inquisitors“) übernehmen die Macht im Staat und die Kontrolle über eine zunehmend von legalen Drogen ruhiggestellte Bevölkerung. Die Hauptfigur des Romans ist Conrad Metcalf, ein ehemaliger Polizist, jetzt Privatdetektiv. Der Mord an Celeste, der Frau eines ehemaligen Klienten, läßt ihn nicht los, obwohl die korrupten Ermittlungsbehörden längst einen Unschuldigen dafür eingefroren haben (in den Knast geht man nicht mehr, man wird tiefgefroren).

Die Polizei bedroht Metcalf und will ihn am weiteren Ermitteln hindern.

„It’s about this case“, I said. „I am supposed to lay off, only the case keeps rubbing up against my ankles and purring.“

Diese und ähnliche Formulierungen lassen einen alten Chandler-Jünger wie mich in Erfurcht erstarren. Der Text ist brilliant. Jede Metapher sitzt.  Der Plot funkelt und glitzert vor absurder Ideen, die sich alle – besonders – leider – die dystopischen – „richtig“ anfühlen. So wurden beispielsweise Tiere einer speziellen Behandlung („evolved“) unterzogen, können aufrecht gehen, sprechen und verhalten sich insgesamt wie Menschen. Der Superböse im Text ist ein Känguru. Als Motto stellt Lethem dem Buch ein Chandler-Zitat voran: „There was nothing to it. The Super Chief was on time, as it almost always is, and the subject was as easy to spot as a kangaroo in a dinner jacket.“ Da kennt sich einer aus, und als geübter Noir-Junky fühle ich mich heimelig, als komme ich über Weihnachten nach Hause und werde von einem lieben alten Freund mit einem Insiderwitz begrüßt.

Das Tollste aber ist die Sprache:

„The building around us was quiet, deathly quiet, and outside my window the night was like a nullification of the existence of the city. But underneath night’s skirts the city lived on. Disconnected creatures passed through the blackness, towards solitary destinations, lonely hotel rooms, appointments with death. Nobody ever stopped the creatures to ask them where they were going – no one wanted to know. No one but me, the creature who asked questions, the lowest creature of them all. I was stupid enought to think there was something wrong with the silence that had fallen like a gloved hand onto the bare throat of the city.“

Erstlingswerke haben oft diese überwältigende Fülle, diese Wucht der Entladung. Lethem aber kommt gleichzeitig technisch so ausgereift daher. Er hat keine Unsicherheit, keine Angst. Er schreibt sicher und geplant voran wie ein alter Plotterhase. Einfach rund und trotzdem nicht vorhersehbar. Wow. Habe meinen Stapel ungelesener Bücher gleich mit Lethems „Motherless Brooklyn“ nachgeladen – mal sehen, ob Lethem auch gut ist, wenn er nicht parodiert. Hoffentlich. Bitte, Gott.

Das Buch regt mich gleich zu drei Plädoyers auf einmal an:

  1. Lesen Sie mehr Debütromane! (Und (liebe VerlegerInnen) drucken Sie mehr neue Autoren!)
  2. Genre-Crossover ist nicht nur erfrischend, es ist schlicht das neue Schwarz.
  3. Wer diesen Text nicht jetzt sofort liest, der sollte 25 Karma-Punkte abgezogen bekommen (Insiderwitz, mehr dazu im Buch). Also los! 🙂

Taschenbuch: 288 Seiten, Verlag: Mariner Books; Auflage: Reprint (1. September 2003), Sprache: Englisch, ISBN-10: 0156028972,ISBN-13: 978-0156028974, Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 1,8 x 20,3 cm

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Gun,_with_Occasional_Music

http://www.amazon.de/Gun-Occasional-Music-Harvest-Book/dp/0156028972

 

 

Give Nic A Chance

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ACHTUNG – massive Spoiler –

New Orleans. Ultrastarker Einstieg: „Der Arzt hat Bilder von meiner Lunge gemacht. Die sind voll Schneeflocken.“ Damit ist die originelle Ausgangssituation schon klar, die Nic Pizzolatto hier aufmacht: Der bezahlte Schläger und Killer Roy Cady, 40, geht zum Arzt und erfährt: Lungenkrebs. Er stellt fest, dass er niemanden hat, dem er davon erzählen kann. Alle Lieben sind verloren, und aus reiner Sentimentalität macht er sich auf nach Galveston, wo er sich mal mit einer Frau namens Loraine eine Nacht lang am Strand unterhalten hat, „Von dort, wo wir gesessen hatten, hatte man den dichten weißen Rauch der Ölraffinerien sehen können, der sich in der Ferne nach oben geschraubt hatte wie eine Straße, die in die Sonne führt.“ Dreimal hatte in einem Satz, dass man es fast überliest, liegt an dem fantastischen Bild. Also, der Spannungsbogen steht. Auf dem Weg aus der Stadt erledigt Roy noch einen Job, es kommt zu einem Blutbad und ehe er sich versieht, hat er die junge Nutte Rocky am Hals bzw. im Auto. Sie fahren Richtung Texas. Rocky überredet Roy, zuvor noch bei ihrem Vater vorbeizufahren, um ihre verwahrloste kleine Schwester dort abzuholen. Rocky erschießt ihren Vater. Wie sich später herausstellt, ist ihre vermeintliche Schwester ihre Tochter. Ab geht’s Richtung Texas. Die Spannung zwischen Roy und Rocky ist mit Händen zu greifen. Er wehrt sich, ist resigniert und will wohl auf den letzten Metern seines Lebens anständig bleiben. Rocky glaubt, sie schulde ihm etwas. Roy gibt sich als der Onkel von Rocky und dem kleinen Mädchen aus. Sie mieten sich in einem billigen Motel in Galveston ein.  Bis zu diesem Zeitpunkt hat mich die Geschichte total mitgerissen.

Und dann kommt Seite 67. HELL IS REAL, wie es an anderer Stelle im Buch heißt. Denn der Autor macht einen Zeitsprung von zwanzig Jahren. Und siehe da: Roy lebt noch, Rocky nicht.

Wie kann man soetwas machen? Für mich der SUPER Spannungskiller. Ich habe nur wegen der Sprache weitergelesen, denn Roy denkt gleich zum Einstieg: „Manche Erfahrungen überlebt man nicht; selbst, wenn man es schafft, nicht dabei draufzugehen, stirbt etwas, und man hört auf, ein intaktes Wesen zu sein.“ Dann folgen die letzten zwanzig Jahre als Mega-Rückblende.

Ich hatte jedenfalls trotzdem erstmal einen Leseabbruch, legte eine Lesepause von vier Monaten ein. Dann gab ich dem Nic noch eine Chance. Und es war okay, jetzt war er halt auf „Wie“-Spannung umgeschwenkt – das heißt, der Leser sollte sich wohl fragen „Wieso lebt Roy noch und Rocky nicht?“. Sprachlich ist das an einigen Stellen überragend:

„Seine Haare waren länger nicht geschnitten, er trug ein Feinrippunterhemd Marke Frauenverprügler, miefende Jeans, die fast von seiner Kanonenkugelwampe gesprengt wurden, die seinen Rücken nach innen wölbte.“

„Flüssiger Mut, Schnapslogik. Irgendwo habe ich einmal gehört, Schweinswale würden mitunter Selbstmord begehen, aber ich weiß nicht mehr, warum mir das durch den Kopf schoss.“

„In dieser Haltung beobachtete mich das Mädchen wie eine Gottesanbeterin, während der leichte Regen am Fenster aufschlug und herunterrann. Ich bekam das Gefühl, als würde etwas Gewaltiges über mich zu Gericht sitzen.“

Kurz gesagt: ein cooles Buch. Nach Seite 67 dominierte für mich der Genuss einer melancholische Schönheit in der Sprache.  Im Klappentext heißt es, Roy sei ein Antiheld, der im Scheitern zu wahrer Größe findet.  Ich glaube eher, dass Roy sich selbst nicht mehr aushält – verständlich, denn nüchtern betrachtet hat ein Syndikats-Killer im Leben wohl mehr Schaden angerichtet als erreicht. Stichwort Klappentext. Was ich noch ärgerlich finde: Auf der vorderen Klappe heißt es, „im Stil eines klassischen Krimi Noir“ und „belebt das Genre des Krimi Noir“. Hintere Klappe: „“Virtuos, geschmeidig, großes Krimihandwerk, philosophisch auf der Höhe der Zeit“ – Deutschlandfunk“ Die Macher dieses Buches und auch die Rezensenten wissen es besser: In diesem Buch wird kein Stück wegen der zahlreichen Morde ermittelt. Es kommt überhaupt kein Ermittler vor. Niemand schert sich einen Dreck darum, warum dieser oder jener tot vom Tisch hängt. Und somit ist es kein Krimi. Aber (merke!): Krimi = Auflage, Leserinteresse, Massenmarkt, Geld. Das Etikett hätte das Buch nicht nötig gehabt.

Für mich ist die Rückblende trotzdem ein dramaturgischer Fehlgriff. Warum macht der Nic das? Wenn er alles auf live gelassen hätte, wäre es ein Opus Magnum gewesen, mit der nicht zu übersehenden Message ebenfalls auf Seite 67: „Du bist erst du, wenn du tot bist. Aber ich lebe noch.“ Ein Krimi wäre es dann noch immer nicht. Aber auch so ist es ein tolles Buch – über Abgründe (menschliche, männliche, amerikanische), über Läuterungen und über „die Dynamik des gewaltsamen Todes“, wie der Übersetzer Gunter Blank im Nachwort schreibt. Die Einsamkeit des Protagonisten macht es aus meiner Sicht eindeutig zu einer Story aus dem Noir-Universum, einem Genre, dass es laut Blanks Zitat des Film-Theoretikers Steve Neale überhaupt nicht gibt. Weil es sich der Definition entziehe. Dem Bauchgefühl aber nicht. Bitte lesen Sie es trotzdem. Give Nic a chance. Schon wegen der Weisheit des Endes.

Super finde ich die Intentionen der Herausgeber: Go, Metrolit, go!

http://www.amazon.de/Galveston-Nic-Pizzolatto/dp/3849300978

Deutscher Krimipreis 2014

Gerade wieder neu: der deutsche Krimipreis! Der älteste und renommierteste Preis für Krimiliteratur in Deutschland, ausgeknobelt und verliehen von einer unabhängigen Jury aus Buchhändlern, Literaturwissenschaftlern und Kritikern.

Sie wollen Bücher auszeichnen, „die dem Genre literarisch gekonnt und inhaltlich originell neue Impulse geben“.  Dazu gehören sowohl  die besten Neuerscheinungen eines Jahres von deutschsprachigen Krimi-Autoren, als auch die besten  neu auf Deutsch erschienene Werke internationaler Autoren.

Sieger dieses Jahr ist Friedrich Ani mit seinen Roman „M“ (bei Droemer erschienen).

„Es gibt einen ganz besonderen Ani-Klang, eine markante atmosphärische Verdichtung, die doch jedes Klischee vermeidet“, so Jury-Mitglied Sylvia Staude über Friedrich Ani. „Seine Figuren, allen voran Tabor Süden, tragen die Dunkelheit, den Zweifel, die Angst im Herzen und schaffen es doch irgendwie, ihrem Tagwerk nachzugehen.“

Auf Platz 2  Robert Hültner mit seinem Roman „Am Ende des Tages“ (BTB), Platz 3 erzielt Matthias Wittekindt für seinen Krimi „Marmormänner“ (Edition Nautilus).

In der Kategorie „International“ gewinnt die in der Schweiz lebende Brasilianerin Patricia Melo („Leichendieb“, Tropen Verlag) vor dem britischen Autor John le Carré („Empfindliche Wahrheit“, Ullstein) und dem US-Amerikaner Jerome Charyn („Unter dem Auge Gottes“, Diaphanes).

Über Patrícia Melos „Leichendieb“, der schon etliche weitere Auszeichnungen einheimsen konnte (so den LiBeraturpreis 2013), urteilt Jury-Mitglied Ulrich Noller: „‚Leichendieb‘ ist ein Highlight der Literatur, (Genre-) Literatur auf Weltniveau.“

Die zehn besten Kriminalromane 2013

…hat gerade die ZEIT gekürt (Artikel hier ). Was haltet ihr von dieser Liste?

1 Patrícia Melo: Leichendieb
Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita; Tropen, 208 S., 18,95 €

Corumbá, Grenze Brasilien – Bolivien. Dem namenlosen Icherzähler dieser moralischen Groteske fällt beim Angeln ein Flugzeug vor die Füße. Darin der sterbende Sohn eines reichen Viehzüchters und gut ein Kilo Koks. Welch ein Glück! Der Angler beginnt, zu handeln: mit Stoff, mit Leichen, mit Zukunft. Melo ist Extraklasse.

2 Friedrich Ani: M
Droemer, 366 S., 19,99 €

München. Der Geliebte einer Lokaljournalistin ist verschwunden. Tabor Süden und seine Kollegen aus der Detektei geraten in die Spinnennetze bayerischer Nazis. Ihre Recherche führt in einen Strudel der Vernichtung. Ungeheuer.

3 Warren Ellis: Gun Machine
Aus dem Englischen von Ulrich Thiele; Heyne, 384 S., 9,30 €

Manhattan. Detective Tallow entdeckt eine Schatzkammer mit den Waffen aller Serienkiller Amerikas. Der „Jäger“ nutzt dieses Arsenal auf seinem eigenen blutbespritzten Kriegspfad: Manhattan den Indianern! Wunschalbtraum des Comicautors Ellis: mit Polizeisirene in die ewigen Jagdgründe! Voll abgedreht.

4 Jerome Charyn: Unter dem Auge Gottes
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger; Penser Pulp bei Diaphanes, 286 S., 16,95 €

New York/Texas 1988. Isaac Sidel ist designierter Vizepräsident der USA. Die Bronx wird an die Army verscherbelt. Um sie zu retten, fightet Sidel mit dem letzten jüdischen Gangster. Band elf des größten Crime-Mythos der Gegenwart. Charyn lesen ist Rausch.

5 Sara Gran: Das Ende der Welt
Aus dem Englischen von Eva Bonné; Droemer, 368 S., 14,99 €

San Francisco/Brooklyn. Fünf Gitarren, ein Pokerchip, Schlüssel – schwach sind die Hinweise auf den Mörder von Paul, Claire de Witts Exliebhaber. Prekäre Autonomie der Detektivin: Claire zerstört sich fast auf der Suche nach Wahrheit, nach dem Kindertraum, geliebt zu werden. Gran fasziniert.

6 Lavie Tidhar: Osama
Aus dem Englischen von Julia Gräbener-Müller; Rogner & Bernhard, 312 S., 22,95 €

Vientiane/London/New York. Privatdetektiv Joe sucht den Mann, der Osama bin Laden erfand. Plausible Realitätsumkehr: Al-Kaida als Fantasieprodukt eines Serienschreibers. Auf der Suche nach der Wahrheit der Fiktion taumelt Joe wie durch Drogenwelten, gehetzt vom Komitee gegen Gegenwärtige Gefahr KGG.

7 John le Carré: Empfindliche Wahrheit
Aus dem Englischen von Sabine Roth; Ullstein, 400 S., 24,99 €

Gibraltar/London/Cornwall. Unverwechselbar der Sound, kristallklar der Blick: Mit 82 schreibt John le Carré tough wie je. Public-private-Partnership in puncto Sicherheit: Die  Unschuldigen enden als Kollateralschäden, die Aufrechten ohne Chance. Der Terror gedeiht.

8 Mike Nicol: Killer Country
Aus dem Englischen von Mechthild Barth; btb, 512 S., 14,99 €

Kapstadt. Band 2 der „Rache-Trilogie“. Mace und Pylon, ehemals Waffenhändler des ANC, jetzt Edel-Security, wollen in Frieden Erspartes investieren. Doch Ex-Politiker Ocho und Anwältin February spielen nicht ehrlich. An fette Gewinne kommt man nur durch Mord. 20 Jahre Demokratie haben daran nichts geändert.

9 Daniel Suarez: Kill Decision
Aus dem Englischen von Cornelia Hohlfelder-von der Tann; Rowohlt, 496 S., 12,99 €

Autonome Drohnen radieren amerikanische Städte, Schiffe und Softwaregenies aus. Ameisenforscherin McKinney und Spezialagent Odin mitsamt helfenden Raben leisten Bond-mäßig Widerstand gegen Cyberwar und militärisch-industriellen Komplex. Science Fiction? No, Sir, Mam: verschärfte Realität.

10 Don Winslow: Kings of Cool
Aus dem Englischen von Conny Lösch; Suhrkamp, 356 S., 19,95 €

Laguna Beach/Baja California. Ben, Chon und O vor Zeit des Zorns. Revierkriege zwischen mexikanischen Kartell-Fraktionen stören Frieden und Gewinne der lässigen Hydro-Dope-Farmer. „Leck mich am Arsch“, an allem sind die Hippie-Eltern schuld. Winslow betört durch feine Schreibtechnik und schnelle Pointen.

Mir persönlich fehlt noch Zoe Beck, die mit ihrem neuen Thriller ‚Brixton Hill‘ eine nervenzerfetzende, intelligente Lektüre geschaffen hat!

Schottland: Reisetipps für Bücherwürmer und Autoren

IMG_20131023_141623Auszeit für die Autorin. Frische Luft getankt, ein paar Ideen nachgesponnen. In einen Steinkreis getreten und nicht in wilde Hochländerzeiten zurückversetzt worden.

Dafür einen Buchladen in einer alten Kirche entdeckt: Leakeys in Inverness.

Ein echtes Holzfeuer inmitten all der Bücher macht so eine schöne Atmosphäre wie in einer Bibliothek in einem alten castle – tatsächlich ist eine alte Kirche. Vom Café her duftet es verlockend nach Pies und Pasties, die Leute sitzen auf dem Boden oder auf Bücherstapeln, es ist sehr still, nur hin und wieder klickt ein Fotoapparat. Eine urgemütliche Zuflucht an einem feuchtkalten Herbsttag, ein Kirche, die für Bücherfans noch immer ein heiliger Ort ist.

Leider nur bei facebook, hat keine Webseite. Www.facebook.com/leakeysbookshop

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Den unvergleichlichen modrigen Charme des strukturschwachen ländlichen Nordens,gegen den letztendlich nur Whisky hilft, spürt man in Inverness vor allem im Victorian Market

http://www.invernessvictorianmarket.co.uk/

Wer sich traut, läßt sich hinter mystischen Vorhängen von Rachel-Jane frisieren und heilen (was mitunter dasselbe sein kann).
Haggis ist übrigens erstaunlich lecker.
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Und wer einen echten Schotten lesen möchte, dem seien die Werke des Christopher Brookmyre ans Herz gelegt.
Ironisch, schwarzhumorig, schnell.
Krimis und anderes.
Lesenswert!
“Just for a while“: Death’s opening chat-up line in His great seduction, before he drugged you with soporific comforts, distracted you with minor luxuries and ensnared you with long-term payment plans. Join the Rat Race „just for a while.“
Concentrate on your career „just for a while.“
Move in with your girlfriend „just for a while.“
Find a bigger place, out in the burbs „just for a while.“
Lie down in that wooden box „just for a while.”
― Christopher Brookmyre, A Big Boy Did It and Ran Away