Liebster-Fragen

www.carol8833282_origawolff.de hat mich für den „Liebster Award“ nominiert, der unbekannte Blogs bekannter machen soll. Ich stelle mich Carolas 11 Fragen – und gebe 11 1/2 Antworten. Meine Lieblings-Liebster-Frage war übrigens die mit der Fee …

Was inspiriert dich zum Schreiben?

Generally speaking: die Anderen. Was die machen/sagen/sich trauen … Diana Gabaldon nennt Schreiben »The Cannibal’s Art«, das finde ich ganz treffend. Man ist ein Parasit. Ohne das Leben hätte man nichts, das man imitieren, zuspitzen oder verschlimmbessern könnte. Das gilt auch für die Figuren. Natürlich sind da draußen Männer mit Wangenknochen, an denen eine Frau sich schneiden kann … Ich glaube ja auch noch an den Weihnachtsmann, Ladies.

Hast du bestimmte Schreibrituale?

Ich … waaaas? Nein! Ich tue es den ganzen Tag. Das führt teilweise zu ernsthaften Konzentrationsproblemen. Letztens wollte ich Kaffee kochen und habe ein Knäckebrot in den Filter getan … Ich habe immer die Hosentaschen voller bekritzelter Notizzettel.

Fühlst du dich manchmal von deinen Charakteren verfolgt?

Nein. Gefühlt ist es eher so, dass sie irgendwo unabhängig von mir existieren und ich mich nur bei Bedarf auf ihr Leben »draufschalte«. Eine ganz bestimmte Figur »bin« ich am Liebsten. Leider ist sie 1,80 m groß und meine Beine wachsen auch von Almased nicht mehr. Aber nett wär es schon, wenn mich mal eine Figur stalken würde. Vor allem die gutaussehenden Herren: Herr Sanders! Herr Schmidt! Bitte, verfolgt mich!

Fällt es dir leicht, über Sex zu schreiben?

Ja. Das macht mir Spaß, wie alles Spannende, das potentiell einen großen Konflikt beinhaltet oder verursacht. Manchmal denke ich allerdings, um wirklich unterhaltsam zu sein, fehlt mir der Wortschatz. Man muss sehr variantenreich formulieren, was leichter geht, wenn sich die Sexszene in den Dienst der Handlung stellt als wenn der Text im Dienst der Sexszene steht. In dem Sinne versuche ich immer, eine handlungsrelevante Information in den Sex zu verpacken. Also wie im richtigen Leben :-).

Hast du das Schreiben irgendwo ‚gelernt‘?

Bei Claudia Johanna Bauers Writer’s Coaching. Weh getan hat es schon auch manchmal, aber Schreiben ist eben größtenteils Arbeit. Und ich kann wirklich gut mit Kritik umgehen. Und mit einer Axt (wie ich mir neulich sagen lassen musste).

Hast du ein absolutes, schon total zerfleddertes, Lieblingsbuch?

Ja. Martin Cruz Smith, »Gorki Park«. Ich liebe den melancholischen, sturen, romantischen Ermittler Arkadi Renko. Auch wenn der mir mang der postsowjetischen, neostalinistischen Tristess in letzter Zeit manchmal von Altersmilde still beschienen erscheint. Und den »Herrn der Ringe« liebe ich auch und der ist auch zerfleddert.

Welche Autoren inspirieren dich?

Das wechselt. Mal ist es Tolkien, mal Kinky Friedman, mal Charles Dickens. Jim Butcher ist cool. Raymond Chandler geht immer. Lorrie Moore schreibt, als wäre sie die Leere zwischen den Sternen. Und wo wir gerade dabei sind: Sag mal, Rita Mae Brown, warum schreibst Du jetzt Katzenkrimis, hm? Was soll das? Wo ist die einer Fortsetzung von »Bingo«, und damit meine ich kein versch … Prequel???

Hörst du beim Schreiben Musik? Welche?

Da ich meistens am Küchentisch schreibe, umgeben vom tosenden Leben, im Hintergrund läuft der Fernseher, hat die Musik keine Chance. Am häufigsten höre ich die »Tatort«-Melodie (das liebt die Familie). Ansonsten stehe ich sehr auf den frühen Springsteen und Mark Knopfler, den großen Tröster. Und, und. Joan Baez, wenn ich so eher episch drauf bin.

Gibt es etwas, dass du gerne schreiben würdest, dich aber nicht traust?

Der Rechercheaufwand schreckt mich bei vielen Themen ab, die ich eigentlich toll finde: Datensicherheit, Politik, Polizei … Viele Sachen, eigentlich. Ich wäre verdammt gerne Rechtsanwalt. Das wär so mein Traumberuf. Dann könnte ich wenigstens über EIN spannendes Thema kompetent schreiben. So schwimme ich eigentlich immer und versuche, mir zumindest ein bisschen Fachsprache aus dem jeweiligen Gebiet anzueignen, mit der ich dann darüber hinwegtäuschen kann, dass ich zum Beispiel noch nie auf einer Bohrinsel war. Da bin ich ganz Karl May.

Welchen Tipp möchtest du angehenden Autoren geben?

Leider nicht von mir, aber trotzdem gut: »1. Read, 2. Write, 3. Don’t Stop.« Diana Gabaldon

Wenn eine gute Fee vorbeikäme und dir drei Wünsche freigäbe in Bezug auf dein Schreiben…?

Erstens, ich wünsche mir eine Sekretärin, die für mich plotet.
Zweitens, ich wünsche mir einen Verlag, der die PR für mich organisiert.
Drittens, immer, wenn ich mein Notizbuch aufschlage, soll eine gute Fee herausspringen, die mir drei Wünsche gewährt.

Dann also viertens, Recherche muss sein, und ich plane eine grosse Australien-Neuseeland-Ozeanien-Trilogie.
Und fünftens, ich kenne ein kleines verschwiegenes Hotel, in dem ich gerne mal mit meiner männlichen Hauptfigur, einem gewissen Herrn Martin Sanders … well. Ops. Waren ja auch nur drei Wünsche.

Leider bin ich so neu in der virtuellen Welt, dass ich keinen anderen Blogger nominieren kann – puh. Jetzt ist es raus. Aber Spaß gemacht hat’s trotzdem!

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